Fisch – ein schwindender Rohstoff
Für Nemo & Co wird es immer schwieriger in den Meeren zu überleben. Die Fischfangindustrie und ihr begehrter Rohstoff sind wichtig für Millionen von Menschen und Tieren. Das Problem ist jedoch, dass bis dato 50% der Fischbestände an ihre Regenerationsgrenze stossen und weitere 25% bereits überfischt sind. Die Nachfrage an Fisch steigt mit der wachsenden Weltbevölkerung. Jährlich werden über 82 Millionen Tonnen Fisch aus den Meeren geholt. 1950 waren dies nur 17 Millionen Tonnen. Wenn wir die Meere weiterhin ohne nachhaltigen Gedanken „plündern“, wird es im Jahr 2048 kaum noch Fischbestände geben. Somit ist ein wichtiger Proteinlieferant für Mensch und Tier in Gefahr. Aus den Supermärkten werden die Fischtheken verschwinden und aus den Katzenfutterregalen die Varietäten „mit Fisch“. Ist dieser Rohstoff unwiderruflich verschwunden, schwindet einen ganzer Industriezweig und die Lebensgrundlage vieler Menschen. Auch wenn der Rohstoff „Fisch“ eine erneuerbare Ressource ist, müssen wir ihm Zeit lassen sich selbstständig zu regenerieren.
Wie kommt es zur Überfischung der Meere?
Auf globaler Ebene hat sich das naturverträgliche Fischereimanagement noch nicht durchgesetzt. Ineffiziente Fangmethoden wie zum Beispiel das Fischen mit Baumkurren und Treibnetzen sind weit verbreitet. Dabei schaden diese Fangmethoden den Fischbeständen. Baumkurren pflügen den Meeresboden um und bringen das Ökosystem zum Kippen. Treibnetze verursachen eine hohe Anzahl an Beifang. Jedes Jahr enden 300.000 Kleinwale und Delphine als Beifang in Fischernetzen. Ein weiteres grosses Problem ist die Fischpiraterie. Unzählige Schiffe fischen ohne Genehmigung: illegal, unreguliert und undokumentiert! Insgesamt wird Fisch im Wert von 10 Mrd. Dollar im Jahr „schwarz gefischt“.
Was kann gegen schwindende Fischbestände getan werden?
Eine Lösung um das Problem der Überfischung in den Meeren zu verbessern, ist die Aufzucht von Fischen in künstlichen Fischfarmen. Das heisst, es werden abgegrenzte Gewässer geschaffen, in denen die verschiedenen Fischbestände gezüchtet werden. Bereits 63% der verkauften Lachse stammen aus Zuchtbetrieben. Diese Chance kann jedoch auch als Gefahr gesehen werden. So braucht ein auf diese Art gezüchteter Lachs drei Kilogramm Wildfisch um zu wachsen. Des Weiteren werden die Zuchtfische mit Antibiotika gefüttert, da sie in den Mastbetrieben gesundheitlichen Gefahren ausgesetzt sind. Der Kot der Zuchtfische belastet folglich die natürliche Umwelt. Die Aquakultur kann eine Lösung sein, sofern sie nach ökologischen Kriterien betrieben wird. Ein offizielles Gütesiegel gibt es bislang nur für nachhaltig arbeitende Fischereien, die ihre Ressourcen aus dem Meer beziehen. Hierfür steht das MSC-Siegel.